6. EGLOFSER FEUERZAUBER 1. Mai 2008
„Die Kathedrale von St. Gallen erobert den Eglofser Luftraum“
Eglofs (hs)
Nicht ganz neu wäre das Hoheitsrecht des Klosters St. Gallen im Westallgäu. Schließlich stand bis ins 15. Jahrhundert die Stadt Wangen großteils unter der Herrschaft dieses Klosters, während die „Freien von Eglofs“ wiederum lange gegen den Machtanspruch der Wangener zu kämpfen hatten. Der gebürtige Wangener Bäckersohn Ulrich Rösch war als Abt von 1463 – 1491 das Oberhaupt vom Kloster St. Gallen und erwirtschaftete in seiner Amtszeit große Besitztümer und somit auch ein sehr großes Herrschaftsgebiet von der Grafschaft Toggenburg bis ins Rheintal. Auch die Stadt Wangen profitierte von dieser Entwicklung, im „Kellhof“ residierte Jahrhunderte lang die Verwaltung der St. Gallener Liegenschaften. Abt Ulrich Rösch richtete auch den Wangener „Markt“ ein, um den sich Kaufleute und Handwerker ansiedelten und der den späteren Mittelpunkt der Wangener Oberstadt bildete.
Wenn nun die Schweizer Pilotin Marlies Nägeli aus Kesswil am Bodensee am 1. Mai mit der Kathedrale St. Gallen als Ballon überm Westallgäu schwebt, dann sicherlich ohne jegliche Machtansprüche. Vielmehr ist es die große Verbundenheit unserer Schweizer Nachbarn mit dem Allgäu und dem Eglofser Ballonsportclub, die mit dieser Premiere deutlich gemacht werden soll.
Denn diese einzigartige Sonderform eines Ballons als Kathedrale, war lange Zeit vertraglich gebunden nur im Kanton St. Gallen am Himmel. Nun wird sie am 1. Mai erstmalig im Allgäu und über der Kirche St. Martin, die das historische Dorf Eglofs prägt, schweben.
Die Besonderheit in der Begegnung dieser beiden Gotteshäuser liegt darin, dass beide, im späten, ausgereiften Barock erbaut, im Jahre 1766 fertig gestellt und eingeweiht wurden. Beide wurden von berühmten Baumeistern und aus Süddeutschland stammenden Künstlern gestaltet und sind heute wichtige Wegpunkte der bekannten „Oberschwäbischen Barockstraße“.
St. Gallen bildet hierbei die äußerste und gleichzeitig die wichtigste Station der „Südroute“.
Seit dem Mittelalter als „Schreibstube Europas“ bekannt, wurde St. Gallen zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren des Abendlandes.
Der Stiftsbezirk mit seiner prachtvollen Kathedrale wurde 1983 als erstes Schweizer Bauwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.
Eglofs als südöstlicher Stützpunkt der Barockstraße ist deshalb besonders stolz auf solche Gemeinsamkeiten, denn beide Barockbauwerke, St. Gallen und St. Martin können miteinander im Jahre 2016 ihr hohes Alter von 250 Jahren feiern.
Doch nicht nur die Kathedrale als Delegation aus St. Gallen wird heuer den Schweizer Ballonsport in Eglofs repräsentieren. Insgesamt zehn weitere Ballonteams aus der Schweiz begleiten die Kathedrale auf dem Weg ins Allgäu. Zwei Ballone davon, die beim Abendstart direkt an ihrer Seite stehen werden, vertreten die Regionen „Rheintal“ und „Toggenburg“. Dies bringen sie mit ihrer eindrucksvollen Werbung, den Logos dieser Regionen auf ihren Hüllen, unübersehbar zum Ausdruck.
Die Veranstalter des „Eglofser Feuerzaubers“ sind sich der Ehre dieses hoheitlichen Besuches voll bewusst. Deshalb wurde zum Empfang der Schweizer Freunde in Eglofstal beim Gasthof zum Bären längst die Fahne der Eidgenossen gehisst und das Dorf Eglofs als Gastgeber steht mit seinem Gästeverein für dieses Ereignis bereit. Außerdem werden der Rheintal- und der Toggenburg- Ballon am Abend des 1. Mai das große „Allgäuglühen“ begleiten und an den Flanken der „Allgäu-Ballone“, diese Krönung des Tages abschließen.
Tickethotline: 07566 941753
Für Ballonfahrten, Luftschifffahrten, Helikopterrundflüge.
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Helmut Scheuerle
BSC-Voralpenland e.V.