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10 Jahre Elektrotechnisches Museum- Leutkirch
Der Verein „Elektrotechnisches Museum – Leutkirch e.V“., der jetzt im Oktober auch als Gemeinnütziger Verein anerkannt wird, lud zu seinem 10-jährigem Jubiläum ein und viele Besucher nahmen diese Einladung interessiert an.
Hier konnte man eine unterhaltsame Zeitreise durch die Elektronik und der jeweiligen Epochen entsprechenden Elektrogeräte machen.
Herr Stör, wusste zu jedem seiner Exponate eine erklärende Geschichte zu erzählen, die, die Besucher mit großem Interesse folgten. Auch Fragen der Besucher, zu dem jeweiligen Gerät, konnte Herr Stör beantworten.
Hier merkte man, dass er sich ganz und gar mit seinen Ausstellungstücken sehr intensiv beschäftigte, es gibt kein Gerät, dass er in den Händen hielt, ohne auch etwas über seine Geschichte heraus zu finden.
So erklärte er den Besuchern wie eine Schallplattenschneidemaschine funktionierte und brachte so „nebenher“ auch noch richtig Witz in die Geschichte hinein, wie z.B. dass man sich eben damit abfinden musste, wenn man in das Mikrofon der Schneidemaschine einen „rechten Schmarr’n“ rein sprach, dann auf dem Abspielgerät auch ein „rechter Schmarr’n“ wieder heraus kam. Auf die Frage einer Dame, ob man diesen „Schmarr’n“ sich auch hier anhören könne, antwortete Herr Stör recht verschmitzt: „Nö, weil es ist ja nicht mein Schmarr’n, den ich auf dieser Platte geschnitten habe, sondern der eines anderen und das wäre nicht freundlich dem Aufgenommenen gegenüber, wenn man das nun vor versammelter Mannschaft vorführen würde.“ Worauf die Dame ebenso verschmitzt antwortete: „Ja, aber ich wollte doch nur die Klangqualität des Gerätes hören“. Mit einem breiten Grinsen meinte Herr Stör der Dame gegenüber: „Gut das Sie das ansprechen, denn hier bekommen Sie sofort eine Hörprobe unserer Schelllackplattensammlung, die die gleiche Qualität wie die selbst geschnittenen Platten haben.“ Was er dann auch auf einem der vielen Grammophone vorführte.
Als die Vorführungen der Schallplattengeräte zu Ende war, bekamen die Besucher recht wissenswertes über Radios vermittelt, wie zum Beispiel die Funktion eines „Magischen Auge“.
Wer jetzt meint dahinter verstecke sich eine esoterische Abhandlung darüber, dass die Wellen die das Radiogerät empfangen hatte schädlich für die Ohren sei und das Magische Auge dazu diente diese Radiowellen abzuschwächen, der irrt gewaltig. Gut es gibt Menschen, die glauben, dass ein Rosenquarz auf dem Monitor des PC’s die elektromagnetischen Strahlen abhält, doch dieses „Magische Auge“ war nichts anderes als eine Vorrichtung um die Frequenzstärke des Senders zu ermitteln, so dass man mit Hilfe dieses „Auges“ immer den besten Empfang ermitteln konnte.
Auch einen so genannten „Schneewittchen-Sarg“ von der Firma Braun, (von der im Übrigen auch der Ausdruck „Braune Ware“ bei der es sich um HiFi Artikel handelte stammte) konnten die Besucher sehen. Für diesen Schneewittchen-Sarg, bekam die Firma Braun übrigens den 1. Preis für das Design. Dieses Radio war das erste, das die Fa. Braun komplett in Weiß gehalten hatte und als Abdeckung einen Glasdeckel hatte. Damals eine Revolution in Sachen Design.
Dies waren nur zwei Beispiel dafür, dass ein Museum nicht langweilig sein muss, sondern es durchaus Spaß machen kann Geschichte zu erleben ohne den „staubigen Muff“ der vergangenen Zeit „riechen“ zu müssen.
Die Zeit verflog hier wie im Fluge. 2 Std. waren so schnell um und man hatte immer noch nicht alles gesehen, was auf der knapp 140m² großen Ausstellungsfläche zu sehen war.
Viele Erinnerungen wurden wach, als man die Waschmaschine der Großmutter wieder erkannt hatte oder unserer erster Fernseher, zuerst in Schwarz-Weiß, dann in Farbe. Wobei wir Kinder uns damals schon wunderten, was daran jetzt so toll war, denn der Farbfernseher zeigte immer noch die Bilder in Schwarz-Weiß und nicht in Farbe, bis zum 25.08.1967 als unserem damaligen Vizekanzler und Außenminister Willy Brand ein sehr nervöser Techniker zuvorkam und schon auf Farbfernsehen umschaltete, als der Daumen von Willy Brand noch in der Luft schwebte. Er, also Brand sollte den Knopf zur Umschaltung drücken. Doch dieser Knopf war eindeutig eine Attrappe. Doch diese Panne bekamen ohnehin die wenigsten mit, weil sie sich damals schlicht und einfach keinen Farbfernseher leisten konnten. Wir hatten damals einen und bekamen die Panne live mit.
Weiter ging es dann mit dem „Tefifon“ oder auch „Tefiphon“
Das Tefifon war eigentlich nichts anderes als der Vorläufer der später kommenden Musik-Kassette oder auch Compact Cassette genannt und im Prinzip nichts anderes als eine Kombination aus Tonband und Schallplatte. Doch das Tefifon hatte einen entscheidenden Vorteil. Auf ein Tefifon-Band konnte man bis zu vier Stunden Sprache, Musik ja sogar ein komplettes Konzert aufnehmen. Es bestand aus einem Endlos-Schallband, welches in einer Kassette untergebracht war. Mit einer Nadel wurde das Band dann abgetastet.
Übrigen bekam das Tefifon seinen Namen durch einen Flop in der Entwicklung. Die Hersteller wollten mit diesem Bandgerät eigentlich einen Anrufbeantworter für das Telefon (Te), ein Aufzeichnungsband für Filme (Fi) und ein Diktiergerät für die Stimme (phon) entwickeln, doch dazu kam es nicht.
Das Elektrotechnische Museum Leutkirch besitzt mehrer solcher Tefifone, sogar eines der damaligen Luxusklasse. Dieses hatte damals schon eine kabelgebundene Fernbedienung.
Mit viel Liebe hatten die Mitglieder des Vereines ein Wohnzimmer dieser Zeitepoche hergerichtet und mit den technischen Errungenschaften der damaligen Zeit ausgestattet.
Viel Interesse hatten die Besucher an der „Jukebox“ hier konnten Sie einmal wieder Platten aus der damaligen Zeit hören. Denn das wichtigste für diesen Verein ist es, dass die Geräte alle noch funktionstüchtig sind. Das ist das oberste Gebot dieses Museums. Und damit sind sie das Einzigste im ganzen schwäbischen Raum.
Es gab und gibt vieles zu entdecken in diesem Museum. Wir sind 4-mal durchgelaufen und haben jedes Mal etwas Neues entdeckt. Um wirklich alles zu sehen, müssten wir jetzt noch 100-mal durchlaufen. Mal findet man dieses, mal jenes, dann mal wieder etwas ein wenig versteckt und so weiter und so fort. Sei es nun eine Betriebsanleitung für die erste Geschirrspülmaschine oder die verschiedensten Toaster, die erste CAD-Computer-Anlage oder was auch immer. Es gibt viel zu entdecken.
Weiter ging es dann draußen mit Stromaggregaten der verschiedensten Zeiten. Angefangen von einer Dampfmaschine mit Stromaggregat, oder den Dieselbetrieben usw.
Nett war es zu sehen, wie einer der Mitglieder sein „Saitenwürstle“ mit einem der Geräte warm machte.
Auch für Speis und Trank, Kaffee und Kuchen hatten die Mitglieder für Ihre Besucher gesorgt und das zu sehr moderaten Preisen.
Sehr viel Arbeit wurde in das Museum gesteckt und viele fleißige Helfer trugen dazu bei, dass dieses Jubiläum zu einem Erfolg wurde.
Nehmen Sie sich einfach mal die Zeit und besuchen Sie das Elektrotechnische Museum – Leutkirch. Sie werden sehen, für die 2.- Euro Eintritt, bekommen Sie 2 Stunden Geschichte, Spaß und Spannung pur.
Dieses Museum ist immer ein Besuch wert.
Nun noch ein paar Fotos vom 10-jährigem Jubiläum des Elektrotechnischen Museum - Leutkirch.
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