Der Schwäbische-Westallgäuer-Info-Wochen-Anzeiger. 
www.allgaeuportal.de. Leutkirch, Argenbühl, Legau, Scheidegg, Mekatz, Hergensweiler, Lindau, Bregenz, Isny, 
Maierhöfen, Röthenbach, Simmerberg, Heimenkirch, Sigmarszell, Achberg, Dornbirn, Weitnau, Weiler, 
Lindenberg, Steibis, Opfenbach, Niederstaufen, Wangen, Oberstaufen, Gestraz, Kisslegg, Oberreute und 
umliegende Gebiete. Das Portal ins regionale Internet.
Das Branchenbuch für das Westallgäu Kostenlose Kleinanzeigen
Veranstaltungen im Westallgäu
Milchboykott im Allgäu
 
 
 
 Premiumpartner
 
 
Silber,-Titan &
Edelstahlschmuck
 
 
 Unsere Sponsoren
 
 
 
 
Topwerbung
 
Schlemmerblock.de
 
 

 

 

Wenn die Milch zum Dünger wird...



Den Milchbauern in der Region ist es ernst, sehr ernst sogar.
Jetzt ist der lange angekündigte Milchstreik schon kräftig am laufen.

Eine dieser streikenden ist die Landwirtsfamilie Frick aus Sigrazhofen, die uns, dem Allgäuportal ein Interview gewährte.

AP: Herr Frick, seit Dienstag letzter Woche wird gestreikt, was sind die Forderungen der Milcherzeuger?

WF: Die Forderungen sind ganz klar vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) formuliert.

Die Forderungen an die Molkereien lauten wie folgt:

1. Basispreis von 43 Cent/kg:
Die deutschen Molkereien verpflichten sich, für das Jahr 2008 mindestens 43 Cent/kg Milch als Basispreis zu leisten.

2. Umrechnungsfaktor:
Die deutschen Molkereien verpflichten sich, ab sofort für die Umrechnung von Liter in Kilogramm den Umrechnungsfaktor von 1,03 (statt bisher 1,02) anzuwenden.

3. Umlage:
Die deutschen Molkereien verpflichten sich, eine Umlage für jedes Kilogramm angelieferte Milch zu erheben. Dieses Geld soll für marktentlastende Maßnahmen verwendet werden (freiwilliger Lieferverzicht, Aufkauf von Milch bzw. Produkten, um Spitzen im Milchmarkt abzubauen).

4. Flexibilisierung der Quotenregelung:
Die deutschen Molkereien verpflichten sich, eine flexible Ausgestaltung der Quotenregelung zu unterstützen.

Des Weiteren gibt es noch Forderungen an die Politik.

Änderung der Saldierung:
Damit die einzelbetriebliche Quote in Zukunft von den Milcherzeugern eingehalten wird, muss die Garantiemengenverordnung so geändert werden, dass ab dem ersten kg Überlieferung die volle Superabgabe anfällt.

Nationale Reserve:
Es ist sicherzustellen, dass Milchmengen, welche sich in der nationalen Reserve befinden, nicht zur Saldierung zur Verfügung stehen.

Und um diese Forderungen durch zu bekommen nehmen auch wir am Milchboykott teil.

AP: Wie viel Milchvieh haben Sie, wie viel erwirtschaften Sie täglich und was bekommen Sie für den Liter Milch?

WF: Zurzeit haben wir 42 Milchkühe und erwirtschaften ca. 900 Liter täglich und das zu einem derzeitigen Basispreis von 35 Cent pro Liter. Nächsten Monat sollen es dann nur noch 33 Cent pro Liter sein.


AP: Was passiert dann mit der Milch? Wie wird sie verwendet?

WF: In erster Linie wird die Milch an die Kälber und Rinder verfüttert. Der Rest kommt als Dünger auf die Wiesen.

Doch eines muss den Lesern auch klar sein, wir versuchen die Milchproduktion etwas zu drosseln durch die Verringerung der Kraftfutter-Rationen.
Auch werden Kühe vorzeitig „trockengestellt“ (Mutterschutz der Kuh 6-8 Wochen vor der Kalbung).

AP: Es muss doch schlimm für Sie sein, wenn Sie diese wegschütten müssen. Wäre es nicht sinnvoller diese Milch an die Einwohner der umliegenden Dörfer, Schulen, Kindergärten oder den Tafeln in Wangen und Leutkirch an Bedürftige zu verschenken? So würde sogar noch etwas positives dabei heraus kommen.

WF: Selbstverständlich ist es für uns schlimm, unsere Produkte einfach so zu „entsorgen“ und unsere Arbeitserzeugnisse zu vernichten. Glauben Sie uns das geht uns näher, als viele denken. Was Ihre Frage zur Verteilung an Hilfsbedürftige oder den Tafeln angeht, so würden wir das sehr gerne machen, doch uns sind durch die strengen Vorschriften die Hände gebunden. Wir selbst dürfen nur eine sehr geringe Menge Rohmilch ab Hof abgeben. Uns wäre es auch lieber, wenn ein Teil der Milch nicht einfach so in die Güllegrube laufen würde, aber so sind eben die Vorschriften und die haben wir einzuhalten, auch wenn wir gerne anders vorgehen möchten. Es geht einfach nicht.

AP: Die Auswirkungen des Milchboykotts sind jetzt seit Beginn des Streiks deutlich stärker geworden. Die Milcherzeugnisse werden knapp und frische  Erzeugnisse können aufgrund des Streiks nicht nachkommen. Wie weit wollen die Milcherzeuger noch gehen?


WF:
Es wird auf jeden Fall dieser Boykott aufrechterhalten bis unsere Forderungen erfüllt sind. Der BDM lässt unserer Ansicht nach auch keinerlei Kompromisse durchgehen.

Man versuchte ja schon jahrelang positive Verhandlungen mit den Molkereien zu führen, doch bisher ergebnislos. Deshalb auch dieser Streik.

Nur so kann man denen klarmachen, dass es so nicht mehr weiter geht bzw. weiter gehen kann.  

AP: In letzter Zeit breiten sich die Gerüchte aus, dass die Streikunwilligen Milchbauern von Ihren streikenden Genossen gezwungen werden sich am Boykott zu beteiligen. Wie sehen Sie das?

WF: Wir sind strikt gegen solche Maßnahmen, zudem sind wir Streikenden  angewiesen worden, gerade solche Aktionen nicht durch zu führen.
Uns ist es wichtig, dass unsere Forderungen friedlich durchgesetzt werden.


AP: Wäre es nicht sinnvoller nochmals mit den Molkereien zu reden?

WF: Es wird ständig versucht, alle an einen Tisch zu bekommen, aber die Molkereien und der Milchindustrieverband sträuben sich noch dagegen. Irgendwann müssen Sie an den Tisch, ob sie nun wollen oder nicht.

Wir kämpfen für unser Recht.


Abschließende Worte:

Wir hoffen, dass diese Verhandlungen bald stattfinden und unsere Forderungen erfüllt werden.

Bis es soweit ist, müssen wir durchhalten. Wir appellieren an alle, die noch nicht mitmachen jetzt ihre Solidarität zu zeigen.

Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas erreichen.

Besonders Enttäuschend war die Haltung des Bauernverbandes.
Er fiel den Streikenden regelrecht in den Rücken weil er sich vom Milchboykott distanzierte.

Es geht um die Zukunft der Landwirtschaft und auch um viele Arbeitsplätze, die auf dem Spiel stehen.

 

„Wo die Wiese verdorrt und der Bauernstand zerfällt, dort stirbt der Mensch und verdirbt die Welt!“  (Sprichwort)

 

Uwe H. Jung
Allgäuportal

Bildquellennachweis:
Urheberrechtshinweis:


Tagclouds

 
Kundenlogin:
Benutzername:
 
Passwort:
 
Noch kein Kunde? Hier anmelden
 
Branchensuche:
Newsletter:
 e-Mail
 
anmelden
abmelden        
 
 
 
123 - Bookmark
Bookmark Buttons
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: BoniTrust Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Kledy.de Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Seekxl Bookmark bei: Softigg Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Bookmrk.de Bookmark bei: Publishr Bookmark bei: Hardware Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Power Oldie Bookmark bei: Bookmarks.cc Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Bookmarks.at Bookmark bei: Newsider Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: Simpy Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Google Bookmark bei: Blinklist Information
 
 
 
Campingausstattung, Kühlboxen, Luftbetten, Campingkocher, Kühlakkus, Thermosflaschen, Batteriewächter, Tischtennis, Tichtenniszubehör, Campingtoiletten, Campingtoiletten-Zubehör, Schlauchboote, Kühlboxen, Kühltaschen, Schlafsäcke, Zelte, Schlitten, Bobs, Rucksäcke, Koch und Geschirrsets, Gaskocher, Benzinkocher, Planschbecken