Der Watzmann rief und alle folgten seinem Ruf!
Altusried
Trotz strömenden Regens folgten viele dem Ruf des Watzmanns auf die Freilichtbühne in Altusried, die bis auf den letzten Platz ausverkauft war.
Das ewig jung gebliebene „Rustikal“, wie es die Protagonisten Manfred Tauchen, Joesi Prokopetz und Wolfgang Ambros ja schon selbst betiteln, hat seinen eigenwilligen Charme auch nach 37 Jahren noch immer nicht verloren.
Bei dieser Aufführung spielten:
Wolfgang Ambros mit seiner Band
Joesi Prokopetz: Vater / Knecht
Christoph Fälbl: Bua / Knecht
Stephan Lehmann: die Gailtalerin
Stephan Lehmann ist vielen Sportbegeisterten bestimmt ein Begriff, da er zuerst bei Bayern 3 und jetzt bei Bayern 1 die Moderationen macht und zusätzlich der Stadionsprecher bei den FC-Bayern-Spielen ist.
Seit 1972 gibt es die Geschichte um den Watzmann, den Bauern, den Knechten und der Gailtalerin schon.
Jeder, der an diesem Abend auf der Altusrieder Freilichtbühne war, konnte Satz für Satz mit rezitieren.
Für die jungen Zuschauer war es ein Erlebnis der besonderen Art, denn jetzt sahen sie einmal, auf welche Art der Unterhaltung ihre Eltern standen, als sie selbst so jung waren wie sie jetzt.
Mit einer Professionalität, die wirklich nicht zu wünschen übrig ließ, spielten die „Weiberleut und die Mannerleut“ das Stück, wie es besser nicht sein konnte.
Denn auch sSie hatten mit dem teilweise sehr heftigen Regen auf der Bühne zu kämpfen. Selbst Christoph Fälbl sagte, als er vom Schlag des Großbauern „niedergesteckt“ wurde und flach zu Boden musste: „Na, do mach i liaber an Liegestütz. Denn noß wor i heit scho amoal.“
Auch Wolfgang Ambros zeigte seine Bewunderung über die „harten“ Zuschauer, die im Parkett ohne Überdachung dem Spiel zusahen. Selbst wir, die Reporter vom Allgaeuportal, waren nass bis auf die Knochen. Und das war wirklich so. Es gab keinen trockenen Flecken mehr an unserer Haut.
Trotz alledem, es gab wirklich keine Sekunde innerhalb der 2 ½ Stunden, an der wir keine Freude an diesem alpinen Spektakel hatten. Perfektes Bühnenbild, perfekte Musiker und perfekte Schauspieler und Tänzer brachten alle zum Schunkeln und lauthals Mitsingen, vor allem bei dem Lied: „Ober mei Bua der fallt, der fallt…“
Auch ein dem Internetzeitalter entsprechender Text floss in das Stück mit ein. So hörte man nicht den gewohnten Text am Tisch des Bauern wie im Hörspiel, vielmehr ertönte folgendes:
„Du Bauer!? Der Provider hat angrufen und gefragt ob du das Passwort gewechselt hast. Denn er kommt nimmer rein mit dem Internet Explorer und i kann meine E-Mails nimmer abrufen!“
Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend. Wir sind sicher, dass, wenn er uns nochmals rufen würd, der Berg, wir auch wieder kommen. Und wenn sich zum wiederholten Male die Frage stellt: „Aufi oder nit Aufi“