Kreischalarm bei Culcha Candela in der BigBox Kempten
KOKO & DTK Konzerts holten Culcha Candela nach Kempten in die BigBox. Dass sich das gelohnt hat, konnte man gestern auf deren Konzert sehen und vor allem so richtig hören. Obwohl die Band ja ein Septett ist, traten die Candelas gestern nur als Sextett auf. Warum? Keine Ahnung. Diese Frage wurde leider nicht beantwortet. Doch das Fehlen eines Bandmitglieds schmälerte nicht die Stimmung in der Halle.
Songs wie „Ey Du geile Sau“ sowie die Tophits wie „Hamma“, „Monsta“ oder „Somma“ im Kiez brachten das Publikum zum Kochen. Ebenso der Titel der diesjährigen „Schöne neue Welt Tour 2010“. Schöne neue Welt wurde in Kempten intoniert.
Culcha Candela sind schon richtig Animateure, wenn es darum geht, ihr Publikum dazu zu bringen, sich zu bewegen und mit zu machen. Sei es nun, was ehrlich gesagt schon richtig komisch aussah, als die Band ihr Publikum dazu bewegte, den „echten“ Culcha Candela Walk zu lernen. Also nichts anderes als das Volk mal recht cool und langsam von rechts nach links wandern zu lassen. Denn diesen Walk musste man beherrschen, wenn man in die Culcha Candela Familie aufgenommen werden möchte. Ebenso das „Lay down at the Floor“. Das man zu tun hatte, wenn die Bandmitglieder das Publikum dazu aufforderten.
Irgendwie hatte diese „Aktion“ schon was von Tele-Gym im Bayerischen Fernsehen, doch den Kiddies, die hier wirklich zu Hauf waren, machte es Spaß und sie machten mit.
Apropos Kiddies!
Hier mal ein ganz großes Lob an die BigBox Kempten. Diese hatte extra für sie und ihre Eltern die Empore geöffnet, so dass die kleineren Fans unter ihnen auch etwas sehen konnten und nicht in der Menge zertrampelt werden. Abgesehen davon hätten sie im unteren Bereich gar nichts gesehen. War ja schon für mich mit 1,87 Metern nicht leicht, da die Bühne recht niedrig angesetzt war. Ein Meter höher, und es hätten alle etwas gesehen.
Weiter ging es dann nach einer kurzen Pause mit dem Song Eiskalt, zu dem sich die Candelas in komplett weiße Klamotten geworfen hatten. Im zweiten Teil konnte man dann weitere Erfolgssongs hören wie: „Gimme Some“, „Siento“ oder das etwas ruhigere „No Hay Mal“, was dann etwas die Ohren schonte, da der Bass schon recht pustete.
Was die Abmischung angeht, konnte man sich nicht beklagen. Die war erste Klasse. Saubere Bässe, saubere Beats und vor allem, man verstand wirklich jedes Wort. Hier auch ein ganz großes Lob an die Tontechnik.
Leicht peinlich wurde es aber dann, als es darum ging - wie in jedem Konzert, egal welche Band es auch ist -, zu erklären, dass genau diese Stadt für die Protagonisten (selbstverständlich) die Beste von allen, die sie schon beschallt hatten, ist. Dreimal dürfen Sie raten, welche es beim Konzert in Kempten war!? Genau! Es war Kempten!!! Leute, das glaubt Euch doch kein Mensch mehr.
Genauso wie die „unbeabsichtigte“ Verwechslung der Stadt. So meinte einer, als das Publikum mal nicht so mitmachte wie gewünscht: Erlangen, Erlangen, Erlangen, so geht das aber nicht. Ok, denjenigen im Publikum, die so etwas noch nicht erleben durften, stand nun ein ganz großes Fragezeichen auf der Stirn. „Wie Erlangen? Wir sind in Kempten!“ Ja ja, eben das alte Spiel mit der leichten Empörung der Zuschauer. Alles kalter Kaffee, das machten wir vor 25 Jahren schon mit unserem Publikum, nur mit dem Unterschied, dass damals schon mal die eine oder andere Flasche nach uns geworfen wurde. Doch das konnte in Kempten ja nicht passieren, da der Veranstalter die Getränke nur in Plastikbecher ausschenken ließ. Sicherheit geht eben vor.
So, nun aber ein paar Worte zur Vorgruppe.
Leute, Ihr macht Euch kein Bild davon, wie dieses Trio, das eigentlich ein Duo ist und nur live als Trio auftritt, abgegangen ist. Zu kompliziert? Egal, es geht ja auch nicht darum. Es geht hier um die Band „Profetas“ aus Kolumbien.
Mit ihrer Mischung aus Dancehall, Reggae, Hip-Hop und Dub heizten sie das Publikum so richtig schön ein. Jeder, aber auch wirklich jeder, egal ob 15 oder 50 Jahre alt, konnte sich nicht dem Beat der Profetas entziehen. Sogar mir Bewegungslegastheniker ging es durch Mark und Bein. Ich konnte einfach nicht ruhig dastehen, ich zappelte, was das Zeug hielt.
Diese Band kann man nicht so einfach beschreiben, man muss sie einmal gehört haben, und das kann man im Netz unter ihrer MySpace-Seite.
Also Rechner nicht ausschalten, sondern gleich mal auf:
www.myspace.com/somosprofetas
reinhören und die Ohren spitzen. Hörtipp? Gerne! Klickt mal auf den Song: „El Exito“
Abschließend ist noch zu sagen, dass der Abend doch noch ein sehr schöner und unterhaltsamer war.
In diesem Sinne….
bis zum nächsten Mal.
PS: Einen Wermutstropfen gab es noch an diesem Abend. Es ist schade, dass wir als berichtendes Webportal keine Fotoerlaubnis für das Konzert bekommen haben. Na ja, jeder Künstler ist eben anders. Die einen haben nichts dagegen, die anderen jedoch schon.
Nur dass die Leser zu einem Bericht auch gerne Fotos vom Konzert sehen möchten, daran denken die einfach nicht.
Wollen wir hoffen, dass das nicht auch noch bei anderen Bands die Runde macht, denn das wäre wirklich völlig „uncool“.
Wir danken Herrn Jan-Henrik Dobers für die Bereitstellung der Fotos.